Long Version mit Screenshots: Evil Clown ist ein Griefer! Wirklich?

Oder war „Griefing“ am Ende nur noch das letzte verbliebene Argument – nachdem alle anderen entkräftet waren?

Auf dem Rust-Server Tafelrunde kam es im Juni 2025 zu einem Konflikt zwischen Evil Clown und einem benachbarten Team. Zwei kleine Basen wurden in der Nähe einer größeren gebaut – oder andersherum.

Inhaltsverzeichnis

Argumente und Angriffe flogen hin und her, begleitet von Raketen, Preslufthämmern und offenen Ticket. Die Admins griffen ein – und am Ende wurden Evil Clowns Basen entfernt. Die offizielle Begründung lautete: Griefing.

Doch war es das wirklich?

Was war los in der Bucht?

  • Ein harmloser Grenzstreit?
  • Ein klarer Fall von Griefing?
  • Ein Missverständnis mit weiterreichenden Folgen?
  • Oder alles zusammen?

Hinweis: Der Text ist lang. Die Kurzversion ohne Screenshots und Belege findest du hier:
👉Short Version: Evil Clown ist ein Griefer! Wirklich? – Evil Clown


Warum du diesen Beitrag lesen solltest

Rust ist mehr als nur ein Spiel – es ist ein Community-Spiel. Und dort, wo Menschen aufeinandertreffen, entstehen Konflikte. Wenn Moderator*innen eingreifen oder Entscheidungen nicht nachvollziehbar sind, kann das bei vielen Unruhe auslösen.

Vielleicht hast du Ähnliches erlebt. Dann weißt du, wie frustrierend es ist, wenn man plötzlich „falsch“ sein soll – ohne erkennbaren Grund.

Hier geht es daher nicht darum:

  • jemanden persönlich an den Pranger zu stellen,
  • zu zeigen, wer Recht hat,
  • die Admins zu diffamieren.

Sondern darum:

  • Lernen: Was lässt sich aus solchen Konflikten für zukünftige Server leiten?
  • Verständnis: Welche Regeln sollten klarer und transparenter sein?
  • Dialog: Wie können Communitys Konfliktmanagement verbessern – offen, sachlich, respektvoll?

Deshalb anonymisiere ich die Namen von Spieler*innen und Admins. Es geht nicht um Schuld, sondern um faire Prozesse. Und darum, gemeinsam Wege zu finden, wie Streit im Spiel lösbar wird – ohne Verunsicherung, ohne Framing, dafür mit Rückhalt und Klarheit.

Wessen Sicht ist das hier?

Dieser Blogbeitrag dokumentiert die Ereignisse aus der Perspektive von Evil Clown – der Spielfigur hinter diesem Blog. Es ist nicht die eine Wahrheit. Aber es ist ein Versuch, Beobachtungen, Reaktionen und Kommunikationsverläufe transparent zu machen. Die dargestellten Abläufe beruhen auf

  • Screenshots
  • Ticket-Kommunikation
  • Chatprotokollen
  • und einer gut dokumentierten Erinnerung (Gedächtnisprotokoll).

Dieser Beitrag soll:

dich – und das Serverteam – zu einem offenen Gespräch einladen.

den Ablauf sachlich rekonstruieren,

Punkte aufzeigen, die widersprüchlich oder unklar sind,

Dein Job: Wenn du beim Lesen eigene Gedanken hast, Widerspruch verspürst oder etwas ergänzen möchtest: Schreib mir gern. Alle sachlichen Kommentare werden freigeschaltet und beantwortet oder in künftigen Updates des Textes berücksichtigt.

Jetzt aber zum inhaltlichen Teil:

Wer war zuerst, wo genau? Reihenfolge der Bauten in der Bucht

Tag 1: Zwei Basen – zwei Ziele

Nach dem Wipestart errichtet Evil Clown eine funktionale Bootsbase am äußeren Rand der Bucht am Outpost. Ziel ist es, einen sicheren Ankerpunkt zu schaffen. Von hier aus kann man den Outpost auf dem Wasserweg gut erreichen. Und das Boot kann nicht geklaut werden, bis man zurückfährt. Die Base ist funktional: 3×4 Felder groß, mit Platz für drei Holzboote.

Am entgegengesetzten Rand derselben Bucht, Richtung Hafen-Monument, entsteht kurz zuvor eine Hafenbase eines anderen Spielerteams. Diese Base ist etwas größer – etwa 4×5 Felder. Sie hat eine metallene Dachverteidigung aus Barrikaden.

Fast ein Grid Abstand zwischen den beiden kleinen Basen | Grün: Evil Clowns Bootsbase und Fahrrinne für die Boote. 
Schwarz: Base des Hafen-Teams, dichter am Hafen Monument
Fast ein Grid Abstand zwischen den beiden kleinen Basen | Grün: Evil Clowns Bootsbase und Fahrrinne für die Boote.
Schwarz: Base des Hafen-Teams, dichter am Hafen Monument

Auffällig: Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinerlei Absicherung mit Außen-TCs in der gesamten Bucht – weder bei Evil Clown noch bei der Hafenbase. Ein typisches Zeichen für friedliche Koexistenz – oder schlicht ein versäumter Schutzmechanismus?


Tag 2: Erste Begegnung, erste Spannung

Das Hafen-Team beginnt seinen Ausbau in Richtung Bootsbase. Ein Teammitglied startet einen ersten Raidversuch auf die Bootsbase, bricht ihn aber ab – offenbar enttäuscht:

Da sind ja nur Boote drin!

Ja, in einer Bootsbase sind nur Boote drin. Sie ist eine Garage für Holzboote. Keine Griefer-Base.
Ja, in einer Bootsbase sind nur Boote drin. Sie ist eine Garage für Holzboote. Keine Griefer-Base.

Als Reaktion auf diese Aggression platziert Evil Clown dann doch einen einzelnen, ummauerten Außen-TC auf der offenen Fläche zwischen den beiden Basen – als visuelles Signal und zur Sicherung der Fahrrinne und der Bootsbase.

Solche Außen-TCs sind auf Rust-Servern gängige Praxis, auch auf der Tafelrunde: Wer sein Gebiet schützen und klar markieren möchte, setzt Außen-TCs. Das Hafen-Team greift später zur gleichen Methode allerdings erst nach der Eskalation.


Tag 3: Eine Farmbase – plötzlich in der Fahrrinne

Am nächsten Tag ist der gesetzte TC verschwunden – und stattdessen steht dort eine groß dimensionierte Farmbase des Hafen-Teams. Sie ragt so dicht wie möglich an die Bootsbase heran und blockiert die Fahrrinne in die Bucht und zum Meer.

Unvermittelt steht eine riesige Farmbase des Hafen-Teams in der Fahrrinne. Dabei wäre rundrumk genug alternativer Bauplatz für das Konstrukt gerwesen.
Unvermittelt steht eine riesige Farmbase des Hafen-Teams in der Fahrrinne. Dabei wäre rund herum genug alternativer Bauplatz für das Konstrukt gewesen.

Kurios: Um den Bau in dieser Position zu ermöglichen, nimmt das gegnerische Team in Kauf, Versorgungsleitungen (Strom, Wasser) umständlich oberhalb der Wasserlinie zu verlegen – da die Entfernung zur Hauptbase dafür eigentlich zu groß ist. Ein Hinweis auf die gezielte Absicht, die Ausfahrt der Bootsbase zu blockieren.

Links die Hafen-Base, rechts die Farmbase, ganz rechts vorn die Bootsbase. Die rote Linie markiert die Versorgungsleitungen. In der Mitte ist ein Umsetzer nötig, weil die Farm zu weit weg von der zentralen Base gebaut wurde.
Links die Hafen-Base, rechts die Farmbase, ganz rechts vorn die Bootsbase. Die rote Linie markiert die Versorgungsleitungen. In der Mitte ist ein Umsetzer nötig, weil die Farm zu weit weg von der zentralen Base gebaut wurde.

Später wird klar: Der TC wurde nicht vom Hafen-Team zerstört, sondern vom Admin des Server-Teams entfernt – ohne direkte Rücksprache mit Evil Clown.

So sah es vor dem Bau der Farm-Base aus: Evil Clown hatte einen Außen-TC gesetzt, um die Fahrrinne und die Boots-Base zu schützen. Der wurde von einem Admin entfernt.
So sah es vor dem Bau der Farm-Base aus: Evil Clown hatte einen Außen-TC gesetzt, um die Fahrrinne und die Boots-Base zu schützen. Der wurde von einem Admin entfernt.

Tag 4 und folgende: Reaktion mit Fischfarm

Da der Bau der Farmbase vom Serverteam nicht beanstandet wurde, zieht Evil Clown Konsequenzen: Er beginnt den Bau einer zweiten Base – einer funktionalen Fischfarm.

Die ursprünglich beanspruchte Seite der Bucht scheidet als Bauplatz aus. Sie ist durch die Farmbase des Hafenteams blockiert. Daher steht die neue Fischbase nun exakt dort, wo das gegnerische Team nicht selbst gebaut hatte – obwohl es möglich gewesen wäre. Sie besteht aus einem Holzteil mit den Fischfallen und einem Bauteil aus Stein und Metall für den TC und ein Lager.

Das wäre der logische Platz für die FarmBase gewesen. Jetzt steht dort Evil Clowns Fischrarm.
Das wäre der logische Platz für die Farm-Base des Hafen-Teams gewesen. Jetzt steht dort Evil Clowns Fischfarm.

Diese Fischfarm wird mehrfach durch das Hafen-Team geraidet – an einem Abend sogar dreimal hintereinander – jedoch ohne signifikanten Loot. Ab dem zweiten oder dritten Raid wird nicht einmal versucht, etwas zu looten.

Das Serverteam greift trotz der anhaltenden Angriffe nicht ein. Trotz der Regel

Unnötiges Despawn (und Zerstören) von Items (der Base) ist nicht erlaubt. Nehmt nur das, was ihr wirklich braucht.

Ironisch: Genau wegen eines Verstoßes gegen diese Regel war Evil Clown kurz zuvor vom Serverteam ermahnt worden. Er hatte während der Raidzeit ein Elektro-Bauteil entfernt – um zu prüfen, ob die Automatisierung daraufhin Loot in eine frei zugängliche Kiste ausgibt.

Seine Interpretation war zu eng auf das Despawnen von Items fokussiert – nicht auf das Zerstören von Base-Elementen. Die Ermahnung: nachvollziehbar. Die Ungleichbehandlung: auffällig.

Konflikte mit Admin-Beteiligung

Erste Kontaktaufnahme & erste Deutung

Nach dem ersten Raidversuch durch das Hafen-Team setzt Evil Clown – wie auf diesem Server üblich – einen ummauerten TC zur Grenzmarkierung und zur Absicherung von Fahrrinne und Base.

Admin-Reaktion:
Ein Admin spricht Evil Clown im Chat an. Die Nachricht steht zwischen anderen öffentlichen Meldungen und wird von ihm übersehen. Ohne weitere Nachfrage oder Teleportation zum Ort des Geschehens wird der TC vom Admin entfernt – mit der Begründung, er sei „direkt vor der Tür“ platziert worden. Tatsächlich stand der TC nicht einmal am Rand des Baubereichs der gegnerischen Base und hat ganz sicher keine Tür blockiert.

Auf Evil Clowns Rückfrage, wer den TC entfernt hat und wie es sich mit dem Neubau der Farmbase verhält, gibt es über zwei Tage keine inhaltliche Antwort im Ticketsystem – trotz mehrfacher Nachfragen.

Anfrage zur Farmbase: 22.6., 19:22 Uhr
Anfrage zur Farmbase: 22.6., 19:22 Uhr
Antwort mehr als 2 Tage später.
Antwort mehr als 2 Tage später.

Erste Beschwerde vom Hafen – erste Rechtfertigung

Nach der Errichtung der Fischfarm durch Evil Clown beschweren sich Spieler des Hafen-Teams:

Vorwurf: „Die Base ist zu nah.“
Gegenvorwurf (von Evil Clown): „Sie haben meine Fahrrinne fürs Boot blockiert. Die Base ist genauso nah an meiner dran.“

Das Admin-Team reagiert zurückhaltend. In der ersten Phase gibt es keine klare inhaltliche Positionierung.


Raids, Andeutungen und erste Eskalation

Die Fischfarm wird fünfmal nacheinander geraidet. Auf Discord schreibt ein Mitglied des Hafen-Teams:

Ein Hinweis darauf, dass bereits enge Kontakte zum Admin-Team bestehen. Und ein deutliches Signal: Das Hafen-Team ist sich sicher, dass die Admins für ihre Seite Partei ergreifen.


Erneute Beschwerde vom Hafen – Thema wechselt

Das Hafen-Team beschwert sich weiter:
→ Dieses Mal lautet der Vorwurf nicht mehr: „zu nah“,
sondern: „Er stört absichtlich.“

Evil Clown reagiert erneut sachlich. Er bietet an, die Base zu verkleinern, gegebenenfalls sogar komplett zu verkaufen – sofern es eine faire Lösung hierzu gibt.

Kompromiss-Angebot I von Evil Clown
Kompromiss-Angebot I von Evil Clown
Kopmromiss-Angeot II von Evil Clown
Kopmromiss-Angeot II von Evil Clown

So geht das eine ganze Weile weiter. Immer neue Vorwürfe werden erhoben. Es findet sich keine annehmbare Kompromisslinie. Bis dahin auch kein ernsthafter Vorwurf der Admins, ich würde griefen. Dann hätten sie ja streng genommen, auch direkt handeln müssen.


Admin-Intervention – ohne klare Linie

Die wieder aufgebaute Fischbase und Bootsbase von Evil Clown werden letztendlich komplett entferntdurch das Admin-Team selbst. Obwohl der nach dem letzten Raid noch Raidschutz gemäß der Server-Regeln beantragt hatte.

Im Antwort-Ticket schreibt ein Admin lediglich:

Raidschutz gemäß der Server-Regeln? Abgtelehnt und Ticket geschlossen
Raidschutz gemäß der Server-Regeln? Abgelehnt und Ticket geschlossen

Ende des Tickets.

Die Farmbase des Hafen-Teams hingegen bleibt unangetastet – obwohl sie denselben Abstand zur Bootsbase hatte wie Evil Clowns Fischfarm zur Main Base der Hafen-Truppe.

Evil Clown stellt Rückfragen zu diesem Widerspruch.
→ Das Ticket wird von einem Admin geschlossen, während ein Mod noch antworten wollte…

Aus Sicht des Server Teams ist der Abstand der Basen hinten im Bild ok. Vorne im Bild handelt es sich eindeutig um ein Griefen
Aus Sicht des Server Teams ist der Abstand der Basen hinten im Bild ok. Vorne im Bild handelt es sich eindeutig um ein Griefen

Fazit dieses Abschnitts

Immer neue Begründungen – aber immer dasselbe Ergebnis.

  • Mal war es die Nähe „zur Tür“.
  • Dann die Störung – Mit Absicht.
  • Dann „von Anfang an falsch gebaut“.
  • Dann die vorangeschrittene Eskalation.
  • Dann: „Du griefst.“

In regelmäßigen Abständen änderte sich die Begründung, doch das Ziel von Hafen-Team und Serverteam blieb gleich: Evil Clown sollte verschwinden.

Sprachspiele und verschobene Begriffe

Wie „Griefing“ zur Notlösung wurde

Im Verlauf der Tickets fiel auf: Die Bewertung des Verhaltens von Evil Clown veränderte sich mehrfach – obwohl sich an der Faktenlage wenig ändert.

Stattdessen änderte sich die Sprache, mit der auf sein Verhalten reagiert wurde.


Von „zu nah“ bis „zu eskaliert“

Die erste Formulierung im Ticket war klar:

Dein TC ist zu nah an deren Tür.

Evil Clown fragt nach: „Welche Tür?“, „Wie nah ist zu nah?“, verweist auf die freie Fläche rundherum – und darauf, dass es keine Regel zu Bauabständen gibt.

→ Ergebnis: Keine konkrete Antwort. Stattdessen die nächste Variante:

Du hast schon ganz am Anfang zu nah gebaut

→ Auch das lässt sich anhand von Bauzeitpunkten widerlegen.

Immerhin war ein Admin nachweislich in einer frühen Bauphase da. Er hat den TC „vor der Tür“ beanstandet, nicht ein zu dichtes Bauen.

In diesem Baustadium hat der Admin einen TC entfernt. Er hat nicht gesagt: Das ist zu nah!
In diesem Baustadium hat der Admin einen TC entfernt. Er hat nicht gesagt: Das ist zu nah!

Die nächste Eskalationsstufe: „Die Base bringt nichts.“

Nach dem Bau der Fischfarm von Evil Clowns kommt ein neuer Vorwurf:

„Das ist keine richtige Base. Sie bringt keinen Nutzen.“

→ Antwort von Evil Clown: Tonnenweise Fisch, mehrere Tausend Scrap wert, dokumentierter Output.


„Der Konflikt ist eskaliert – du musst weg.“

Als auch das Argument nicht greift, formuliert das Admin-Team:

„Die Situation ist jetzt nun mal eskaliert, du musst umziehen, sonst besteht die Gefahr, dass es Verwarnungen und Banns hagelt.“

→ Evil Clown fragt: „Wer hat eskaliert? Ich bin zuversichtlich, dass ich so spiele, dass ich nicht gebannt werde. Was spricht denn dagegen?“

Wieder keine konkrete Antwort. Stattdessen:

„Die andere Base ist nicht so leicht zu versetzen wie deine.“

→ Technischer Aufwand als Entscheidungsgrundlage für Admin-Handeln?


Letzte Eskalationsstufe: Der Begriff „Griefing“

Als alle anderen Vorwürfe entkräftet sind, folgt die finale Keule:

Du griefst mit deinen Basen.

Obwohl die beiden Basen von Evil Clown:

  • keine Türen blockierte
  • den Ausbau in die Bucht hinein nicht behinderten
  • nicht bösartig zum Verhindern des Spielspaßes gebaut wurden
  • sondern jederzeit funktional waren (bis zur Blockade der Fahrrinne durch Team Hafen.)

→ Eine Basisdefinition von Griefing aus Rust-Wikis:

Griefing = Schikanöses Verhalten ohne spielerischen Vorteil. Blockieren, Zerstören, Belästigen – ohne taktische Absicht. [1]

→ Das traf auf die Bootsbase und die Fischfarm nachweislich nicht zu.

Der Holz-Teil zum Fischen. Der Stein-Metall-Teil als Schutz für den TC vor angekündigten "3 Kisten Rockets". 
Zwischen Fischfarm und Hafenbase: genug Platz für ein Tugboot.
Der Holz-Teil zum Fischen. Der Stein-Metall-Teil als Schutz für den TC vor angekündigten „3 Kisten Rockets“.
Zwischen Fischfarm und Hafenbase: genug Platz für ein Tugboot.


Evil Clowns Fazit zur Sprachverwendung

Wenn Argument A nicht greift, folgt Argument B.
Wenn B nicht greift, folgt C.
Und wenn alle Buchstaben durch sind, sagt man eben: Griefer.

In der Kommunikation wurde Griefing nicht begründet, sondern behauptet. Als letzter Ausweg, um das bereits getroffene Urteil zu rechtfertigen.

→ Kein Regelverstoß wurde klar benannt.
→ Kein erkennbares Fehlverhalten dokumentiert.
→ Nur eine sprachliche Zuspitzung – bis zur letzten Eskalationsstufe.

Macht, Nähe und „Gute Gründe“

Warum die offizielle Begründung nicht immer das wahre Motiv ist

Wenn ein Konflikt eskaliert, geht es nicht nur um Regeln.
Oft spielen auch Näheverhältnisse, Allianzen, Kommunikationsgeschwindigkeit – und schlicht das Bauchgefühl der Beteiligten eine Rolle.

Der Fall in der Bucht zeigt, wie leicht eine inoffizielle Agenda sich durchsetzen kann – ggf sogar ohne bewusste Manipulation, aber mit klarer Wirkung.

Von Anfang an: „Der muss weg“

Spieler aus dem gegnerischen Team haben schon früh klar gemacht:

Der hat da nichts zu suchen.
Den müssen wir raiden, bis er aufgibt.

→ Solche Aussagen gab es in Discord, im Voice, in Tickets.
→ Sie wurden von den Admins nicht kritisiert oder relativiert.
→ Stattdessen: Wiederholte Raids auf Evil Clowns Fischfarm – fünfmal in zwei Tagen.

Wer schneller spricht, gewinnt

Das Hafen-Team war mit Vertretern des Serverteam allein im Voice – obwohl Evil Clown vorschlug, beide Seiten ins Gespräch zu holen.
→ Ihre Sicht wurde schnell gehört.
→ Ihre Argumente schnell angenommen.
→ Ihre Basen blieben bestehen.

Evil Clown hingegen:

  • stellte schriftliche Tickets,
  • dokumentierte Screenshots,
  • wartete teilweise tagelang auf Antworten,
  • erhielt keine Reaktion auf Rückfragen.

Beispiel:

Evil Clown: „Warum wurde mein TC entfernt?“
Admin: keine Antwort.
Admin (zwei Tage später): „Weil der TC ’sehr nah‘ am Compound stand.“
→ Wo? Wann? Keine Details.


Undokumentierte Regeln = verschobene Machtverhältnisse

Wer weiß, dass man während der PVE-Zeit Spieler*innen ohne Warnung erschießen darf, wenn sie „einen stören“,
wer weiß, wie groß der „Mindestabstand“ in einer Bucht sein sollte,
wer weiß, wann Außen-TCs als legitime Verteidigung gelten und wann nicht
hat einen massiven Vorteil.

→ Diese Regeln standen nirgends.
→ aber einige Spieler kannten sie offenbar – und setzten sie durch

Wer hat hier eigentlich gegrieft – und wen?

Die Boots-Base von Evil Clown:

  • wurde vor der Farmbase des Hafenteams gebaut,
  • war kleiner,
  • war funktional.

Die gegnerische Gruppe:

  • baute die Farmbase direkt angrenzend,
  • mit Blockade der Fahrrinne,
  • direkt vor die Türen.

→ Ihre Base bleibt bestehen.
→ Ihre Außen-TCs stehen heute noch.

→ Auch wenn dann noch ein Compound gezogen wurde, dokumentiert das nur: Das Team Hafen benötigte keinen Platz, den jemand „gegrieft“ hätte. Sie hatten schlichtweg schlecht geplant. Die Farmbase ist so gesetzt, dass sie keinen Compound mehr setzen konnten, weil die Bootsbase im Weg war.

Viel Wasser im Compound eingeschlossen. Âußer der Farmbase keine nennenswerten Nebengebäude. Fläche von Evil Clowns Bootsbase und Fischbase werden nicht genutzt.
Viel Wasser im Compound eingeschlossen. Außer der Farmbase keine nennenswerten Nebengebäude. Fläche von Evil Clowns Bootsbase und Fischbase werden nicht genutzt.

Evil Clowns These:

Das Server Team wollte den Konflikt lösen – aber hatten keine passenden Werkzeuge dafür.
→ Also trafen sie eine pragmatische Entscheidung: den kleineren Spieler entfernen.
→ Die Argumente wurden angepasst.
→ Die Verantwortung verschoben.

Was daraus folgt

Regeln sind nur dann fair, wenn sie für alle sichtbar und nachvollziehbar sind.

Ein moderierter Server lebt nicht nur vom Regelwerk – sondern von Vertrauen.

Wer sich an Regeln hält, erwartet:

  • dass sie auch für andere gelten,
  • dass Verstöße zeitnah behandelt werden, nicht erst Tage nach Bekanntwerden
  • dass Entscheidungen transparent und begründet sind.

Im Fall der Bucht war das nicht durchgängig der Fall.

Unklare Regeln führen zu Machtverschiebung

Der zentrale Vorwurf – Griefing – ist zwar im Regelwerk erwähnt, aber nicht definiert.
→ Es gibt keine Beispiele, keine Screenshots, keine Erklärungen, was konkret darunter fällt.
→ Dadurch entsteht ein Vakuum.
→ Und dieses Vakuum wird gefüllt – mit Annahmen, Emotionen, Allianzen.

Wer schnell oder laut genug sagt, dass etwas stört, muss es nur oft genug wiederholen.
Ob es tatsächlich Griefing ist – spielt dann kaum noch eine Rolle.

Fallbeispiel: Zwei Basen, ein Abstand, zwei Behandlungen
Evil Clowns Fischfarm wurde zerstört – „zu nah am Nachbarn“.
Die Farmbase des gegnerischen Teams blieb bestehen – obwohl genauso nah.

→ Der Abstand war identisch.
→ Der Umgang war unterschiedlich.
→ Die Begründung wechselte.

Undokumentierte Regeln ≠ Transparenz

Wenn Regeln existieren, aber nicht sichtbar sind –
dann sind sie auch nicht kontrollierbar.

→ Wer sie kennt, hat Macht.
→ Wer sie nicht kennt, wird bestraft.

Ein Server benötigt keine Paragrafenreiterei – aber Klarheit.
Gerade bei schwerwiegenden Vorwürfen wie Griefing.

Admin-Arbeit ist schwierig – aber nicht unfehlbar

Niemand verlangt perfekte Entscheidungen. Aber nachvollziehbare.

→ Eine Server Team muss das Gespräch suchen – nicht nur urteilen.
→ Im Zweifelsfall auch mit beiden Parteien im gleichen Voice Chat.

Im Fall der Bucht fehlten:

  • eine klare Definition des Vorwurfs,
  • eine Prüfung der Bauabfolge,
  • eine Reaktion auf gezielte Provokation im Discord,
  • eine konsequente Gleichbehandlung bei Zerstörungen und Abständen.

→ Es wurde nicht gefragt, wie man zu dieser Situation kam.
→ Es wurde nicht erklärt, warum nur eine Seite gehen musste.
→ Es wurde nicht hinterfragt, welche Rolle Admin-Entscheidungen, wie das Zerstören eines Außen-TC in der Konfliktbewertung spielten.


Fazit dieses Abschnitts:

Ein Server lebt von Fairness. Fairness lebt von Regeln. Und Regeln brauchen:
→ Klarheit.
→ Konsequenz.
→ Kommunikation.

Wenn eine Base „wegmuss“ – warum bleibt die andere stehen?
Wenn eine Handlung Griefing ist – warum war sie es die Tage zuvor nicht?
Wenn jemand sich unfair behandelt fühlt – warum darf er keine Fragen mehr stellen?

Für die nächste Runde

Rust ist ein Spiel. Aber was wir darin tun, ist nicht egal.

Die Eskalation in der Bucht war kein Weltuntergang.
Sie war ein Konflikt mit vielen Facetten:
→ Missverständnisse
→ unausgesprochene Regeln
→ enttäuschtes Vertrauen

Aber sie ist auch eine Chance – gemeinsam daraus zu lernen.


Was Evil Clown für sich mitnimmt

Nicht alles war klug.
→ Die Nähe zur Nachbarbase war aus heutiger Sicht ein Fehler. Beide Parteien hätten frühzeitig klären müssen, wie groß sie bauen wollen.
→ Die Kommunikation hätte an manchen Stellen entspannter verlaufen können.
→ Ein fremdes Elektro-Item zu zerstören, war falsch. Auch in der Raid-Zeit und mit „Raid“-Plan und Absicht dahinter.

Aber vieles war konsequent.
→ Evil Clown „quittet“ nicht nach einem Raid – auch nicht nach fünf oder 25.
→ Er diskutierte, dokumentierte, machte Kompromissvorschläge.
→ Er glaubte an die Regeln – und an das Recht, gehört zu werden.

Was er nicht war: ein Griefer.


Was die Community mitnehmen kann

Vertrauen wächst nicht durch Regeln allein.
Es wächst dort, wo Regeln erklärt, eingehalten und fair angewendet werden.

Eskalation ist keine Schwäche.
Sie gehört zu jedem sozialen Raum – entscheidend ist, wie wir mit ihr umgehen.

Starke Spieler*innen müssen nicht laut sein.
Sie müssen gut kommunizieren. Nicht jeden TC als Angriff werten. Und nicht jede Macht ausspielen.


Was das Server-Team mitnehmen kann

  • Konflikte nachvollziehen.
    → Wer baut wann was wo? Gibt es Provokationen? Wurde gesprochen?
  • Tickets ernst nehmen.
    → Auch wenn sie lang sind. Auch, wenn sie unbequeme Fragen stellen.
  • Zuhören – auch wenn es anstrengend ist.
    → Nicht jeder, der sich wehrt, „grieft“. Manchmal verteidigt er nur seine Position.
  • Griefing definieren.
    → Mit Beispielen. Mit Screenshots. Mit Transparenz.

So zum Beispiel:

[1] Definition von Griefing in Rust
Griefing bezeichnet im Survival-Spiel Rust ein absichtlich schädigendes oder störendes Verhalten von Spielern, das darauf abzielt, anderen den Spielspaß zu verderben. Typische Beispiele sind das Verbauen oder Verändern fremder Basen – etwa das Platzieren von Barrikaden vor der Tür eines anderen Spielers – um diesen auszusperren und am normalen Weiterspielen zu hindern. Solche Aktionen verschaffen dem Täter keinen spielerischen Vorteil, sondern dienen allein dazu, das Opfer zu frustrieren und zu schikanieren. Daher ist Griefing auf den meisten Rust-Servern verboten und wird von Admins geahndet.

Quellen: Rust Wiki: rust.fandom.com, Lone.Design: lone.design, ScalaCube (Rust-Blog): scalacube.com.


Und du?

Was denkst du über die Situation in der Bucht?
→ Kennst du solche Eskalationen?
→ Wo siehst du Fehler – bei mir, beim Serverteam, bei den anderen?
→ Was sollten wir alle beim nächsten Wipe besser machen?

Kommentare?

Du hast Fragen, Ergänzungen, gern auch Widerspruch?

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Hinweis: Kommentare werden manuell freigeschaltet. Bitte achte auf Rechtschreibung, Interpunktion und einen konstruktiven Ton. Wir sind hier nicht auf Discord oder Telegram, sondern in Evil Clowns Wohnzimmer.

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2 Antworten zu „Long Version mit Screenshots: Evil Clown ist ein Griefer! Wirklich?“

  1. K

    Als jemand er auch einige Stunden in Rust verbracht hat, genau das ist der Weg einen Server an die Wand zu fahren. Ist genauso auch auf anderen Com-Servern passiert und wird auch hier passieren wenn sich so etwas häuft. Das passiert vor allem häufig wenn die Admins selbst keine Ahnung vom Spiel haben. Die Basen waren definitiv weit genug von einander weg. Haltet euch doch an eure eigenen Regeln. Meiner Meinung nach komplett ungerechtfertigte Handlung.

    1. Danke für deine Einschätzung. Ich finde schon, dass man als Serverteam andere Grenzen als die üblichen festlegen kann, wenn das zum Server-Konzept passt. Aber dann muss man es halt vorher transparent für alle kommunizieren.

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